Couch Potato

Wenn ich schon einen großen Teil meiner Freizeit auf der Couch vor dem Small Screen verbringe, dann lohnt sich dafür ein eigenes Blog. Ich gehörte schon immer zu denjenigen, die Fernsehen als legitimes Hobby betrachteten

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10 Februar 2007

Review: Angela's Eyes

Angela's Eyes war eine nur kurz laufende Serie auf dem amerikanischen Sender Lifetime. Dieser Sender läßt sich, kurz und prägnant, als Frauensender beschreiben, und so sind Frauen denn wohl auch die Hauptzielgruppe der Serie.

Hintergrund: Angela's Eyes muß sich die Bezeichnung ALIAS für Arme gefallen lassen. Der Hauptcharakter, Angela Henson, verfügt über eine besondere Begabung: sie ist ein menschlicher Lügendetektor. Sie kann (vornehmlich mit den Augen) die subtilen Verhaltensweisen wahrnehmen, die Menschen an den Tag legen, wenn sie lügen. Das macht sie zu einer ausgezeichneten FBI-Agentin, wenn auch ihre Aktionen manchmal unbesonnen und sprunghaft erscheinen - sie hat halt eine Lüge vor allen anderen enttarnt und handelt entsprechend.
Doch auch Angelas Vorgeschichte ist nicht normal. Ihre Eltern Colin und Lydia waren beide bei der CIA. Und beide sind momentan als Landesverräter eingesperrt, gelten gar als die größen Verräter der Geschichte. Ihre Verhaftung geschah, als Angela noch ein Teenager war. Und so verbrachte sie einen Großteil ihrer Jugend damit, die Unschuld ihrer Eltern beweisen zu wollen - bis sie endgültig mit Beweisen konfrontiert wurde, die die Schuld ihrer Eltern auch für sie zweifelsfrei belegten. Für den größten Teil ihres Erwachsenenlebens legte sich Angela einen neunen Familiennamen zu, um nicht ständig mit den Verfehlungen ihrer Eltern konfrontiert zu werden.
Infolge der Verhaftung ihrer Eltern wuchs Angela zuletzt in Pflegefamilien auf. Angelas jüngrer Bruder Jerry ist durch die Erlebnisse anscheinend zu einem Tunichtgut geworden - bei der letzten Begegnung vor Handlungsbeginn stahl er seiner Schwester 6000 $.

Angelas FBI-(Spezial-)Team wird vom Ermittler Leo Jenkins und dem Techniker Doozer vervollständigt. Jenkins hatte einige Probleme mit seiner Selbstbeherrschung, nachdem er seinen bisherigen Partner im Dienst verloren hatte. Doozer ist eigentlich ein Collegefreund von Angela. Er ist ein Computerfreak und hat seine College-Ausbildung abgebrochen, um sich selbständig zu machen. Da dies nicht so ganz klappte, wurde er schließlich von Angela rekrutiert.
Beaufsichtigt wird das Team von Gene Taylor, der schon mit Angelas Eltern befreundet war und sich während ihrer Zeit in den Pflegefamilien gelegentlich um die begabte Tochter kümmerte. Er hat das Team auch zusammengestellt.

Schauspieler und Kreative: Mal einer der seltenen Fälle, wo ich so gar niemanden kenne. Abigail Spencer ist allerdings durchaus ein Augenschmaus - ich würde sie mal als die hübschere Holly Marie Combs beschreiben. Andrerseits schauen wir ja nicht Fernsehen wegen der hübschen Mädels, 'ne?

Bewertung: Die obige Beschreibung als ALIAS für Arme sagt meiner Meinung nach fast schon alles. Spy-Parents - deren Schuld natürlich im Rahmen der Serie hinterfragt wird - eine kleine Verschwörung, Böse (die gar nicht so böse sind), Gute (die gar nicht sooo gut sind), dazu eine Hauptfigur mit trust isues. Gibt es eine passendere Beschreibung des Klischees Frauenfernsehen? Dazu kommt, dass die Serie als Cable-Show eben auch nur 13 Episoden Zeit hatte, um eine erste Staffel zu erzählen. Und wegen nur eingeschrängtem Zuschauererfolges wird es auch keine zweite Staffel geben.
Angela's Eyes erhält von mir 8 von 15 Punkten.

Bemerkungen: Die Serie strotzt nur so von Klischees - und nicht im positiven Sinn (falls es so einen geben sollte). Das positivste an der Serie ist vermutlich, dass sie mit 13 Episoden kurz genug ist, um einen nur ein Wochende zu kosten. Ich hatte ein bisschen die Hoffnung, dass die Serie ein bisschen besser wird - was sich aber leider nicht erfüllt hat. Wer grade Lust auf eine Serie hat, die dem Klischee Frauenserie entspricht, wird sicherlich halbwegs unterhalten werden. Freunde herausragender Serien sollten aber die Finger weg lassen.
Ein spoilerfreies Wort zum Ende der Serie scheint noch angebracht, da es bei kurzlaufenden Verschwörungsserien ja immer das Problem gibt, ob die Serie nun in sich abgeschlossen ist oder nicht. Am Ende der Staffel wird zu dem Kniff gegriffen, dass der Zuschauer etwas mehr erfährt, als die Seriencharaktere. Daher hat die Serie kein klassisches offenes (Cliffhanger-) Ende, es wäre aber eben noch Raum für nachfolgende Staffeln gewesen.

Angela's Eyes bei TV.com - in der IMDB - in der englischen Wikipedia

[Momentan in Winamp: Fugees - If I Ruled the World]

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