Couch Potato

Wenn ich schon einen großen Teil meiner Freizeit auf der Couch vor dem Small Screen verbringe, dann lohnt sich dafür ein eigenes Blog. Ich gehörte schon immer zu denjenigen, die Fernsehen als legitimes Hobby betrachteten

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18 Februar 2006

Zuviele Vorschusslorberen? - The L Word, Staffel 2

Wie an anderer Stelle geschrieben, war ich von der ersten Staffel der Serie The L Word sehr angetan. Die zweite Staffel kann diesen sehr positiven Eindruck nicht ganz halten. Doch der Reihe nach.
The L Word ist eine Dramaserie, deren Hauptcharaktere mehrere lesbische Frauen und ihr privates Umfeld sind. Die Handlung spielt in L.A., die Figuren sind durchaus auf einer menschlichen Ebene zugänglich. Es geht um Alltagsprobleme. Liebe, Leidenschaft, aber auch um den Versuch, eine Familie zu gründen und die damit verbundenen Verpflichtungen. Als Gesamtbild ergibt sich eine herausragende - und manchmal auch herausfordernde - Dramaserie.
Die zweite Staffel kann da meiner Meinung nach nicht ganz mithalten. Zunächst mal gibt es da einige off-camera Notwendigkeiten, die die Kreativen in die Handlung einbauen mußten (SPOILER:Die Darstellerin der charismatischsten Figur der Serie - Marina - hat die Serie verlassen; eine der Darstellerinnen - 'Tina' - wurde schwanger und die Schwangerschaft mußte in die Handlung integriert werden.). Diese Aufgabe konnten die Kreativen nur halbwegs bewältigen, und so startete die Staffel irgendwie mit angezogener Handbremse. Im weiteren Verlauf machte die Serie in meinen Augen eine Imagewandel durch: von einer Dramaserie um lesbische Frauen wurde sie zu einer Lesbenserie (oder sollte man vielleicht besser Lesbian-Pride-Serie sagen?) Nicht umsonst heißt es im neuen Vorspann This is the way we live!. Hinzu kamen mehrere Handlungsstränge, die mir nicht zu gefallen wußten. Die junge Schriftstellerin Jenny stürzt sich in ihr künstlerisches Schaffen. Heraus kommen diverse düstere, avantgardistische Kurzgeschichten - die mit entsprechenden Filmsequenzen unterlegt wurde - eher creapy und arsty. Shane muß sich mit einer Power-Hollywood-Produzentin rumschlagen - das macht insgesammt dann schon den Eindruck, als ob da jemand aus dem Autorenteam seine eigenen Erfahrungen in Hollywood aufzuarbeiten hatte. Und da ich es wohl niemals nach Hollywood schaffen werde, fand ich den gesamten Handlungsabschnitt wenig relateable.
Beeindruckt hingegen war ich von der Leistung des Schauspielers Ossie Davis (en.wikipedia.org), der die Rolle des Vaters von 'Bette' und 'Kit Porter' fortführete. Leider verstarb Davis kurz nach Fertigstellung der Staffel (SPOILER:In der vorletzten Episode portraitiert Davis beeindruckend das langsame Sterben seines Charakters an Prostatakrebs. Im Anschluß an die Folge findet sich ein Widmung zu seinem Angedenken - was als Überraschung für mich kam und eine deutliche Auswirkung auf meine Stimmung für knapp eine Woche hatte).
Anscheinend bin nicht nur ich mit der Staffel nicht ganz zufrieden gewesen, denn auch in den USA gingen die Quoten wohl merklich zurück. Für die dritte Staffel ist eine Rückkehr zu den Wurzeln versprochen worden. Man darf gespannt sein!

[Momentan in Winamp: Pearl Jam with Neil Young - Keep On Rockin' In The Free Wo]

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