Couch Potato

Wenn ich schon einen großen Teil meiner Freizeit auf der Couch vor dem Small Screen verbringe, dann lohnt sich dafür ein eigenes Blog. Ich gehörte schon immer zu denjenigen, die Fernsehen als legitimes Hobby betrachteten

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14 Januar 2007

Zurück - Zu den besten Serien der Welt

So, wie in meinem anderen Blog bereits erwähnt hat mich - grade über die ansonsten ereignislosen Feiertage - die defektbedingte Abwesenheit meines Rechners davon abgehalten, allerhand interessantes zu bloggen. Jetzt funktioniert wieder (fast) alles, und es kann weitergehen.

Da veröffentlicht ein gewisser Joachim Mischke in der Onlineausgabe des Hamburger Abendblattes einen Artikel über die Die besten und spannendsten TV-Serien der Welt. Natürlich dient das ganze hauptsächnlich zum name dropping und Zeigen, wie überlegen man dem Rest der Welt doch ist, wenn man all diese Serien kennt ... na ja, und der Mann ist vermutlich Journalist, also ist der Haupthintergrund dieses Artikels sicherlich der schnöde Gelderwerb. Natürlich finden sich eine ganze Reihe von objektiven Fehlern (Hier die drei Schnitzer, die mir sofort ins Auge sprangen). Aber weil der Autor so schön in rechthaberischer Laune ist, beschwert er sich gleich auch noch, dass solche tollen Serien nicht im Deutschen Fernsehen laufen zu sehen sind.

Dass ist dann der Punkt, wo er bei mir ein Fass zum Überlaufen gebracht hat. Denn zum Teil laufen die Serien eben bereits im deutschen Fernsehen - im Pay-TV, wie auch in den USA. Denn die Serien sind nun mal eher was für echte Fans, sind das Besondere, das man sich mal gönnt. Und ehrlich gesagt wirken sie auch meist am Stück gesehen - also etwa auf DVD oder mühsam zusammengetaped - nochmals deutlich besser. Das ist einfach kein Feierabend-Familienprogramm!
Zum anderen Teil haben sich derartige Serien aber auch im deutschen Fernsehen einfach nicht (wirklich) durchsetzten können: The Shield fiel auf Pro7 durch; Six Feet Under läuft - nur noch weil es ein Prestigeprojekt ist - zwar auch in der letzten Staffel noch im Free-TV, aber eben auf einen sehr undankbaren Nacht von Samstag auf Sonntag-Sendeplatz; und die Sopranos sind mittlerweile zum dritten mal beim deutschen Publikum durchgefallen.

Sicher hat das deutsche Fernsehen ein Problem, solche Programm-Events an das Publikum zu vermitteln. Ich weiß nicht genau, woran es letztendlich liegt: den unfähigen Programmgestaltern, schnelllebigen Geschäftsbedingungen der aktiennotierten Senderketten, den von Journalisten und Wirtschaftswissenschaftlern besetzten Führungsetagen, (zu) hohen Lizenzkosten, dem deutschen Zuschauerangebot - dem sich grade die an solchen Produktionen interessierten potentielle (werbeträchtig junge) Zuseher bereits im Vorfeld durch Onlinetauschbörsen und auslandsimprotierte DVDs entziehen oder die Tatsache, dass in Deutschland immer noch ein Unterschied zwischen ernsthaftem und unterhaltendem gesehen wird, der Menschen, die sich für ernsthaft halten, von solcher eben ernsthafter Unterhaltung abschneidet (mangels Information über die vorherschende Qualität solcher Produktionen) und die Unterhaltungsversessenen durch die teilweise ernsthaften Themen und Umsetzungen schnell zum Abschalten bewegt.
Sicher bräuchte Deutschland mal wieder einen visionären Programmgestalter, der vielleicht auch hier mal für ein echtes, eigenproduziertes Programmevent sorgt. Jemanden, der auf mehreren Ebenen (und möglichst mit genug Rückendeckung, um eine Entwicklung - keine Brechstangen-Schnellschüsse - in Gang setzten zu können) das bisherige Gefüge der deutschen Fernsehlandschaft aufbrechen kann.

Mann darf schließlich noch träumen ...

(via TV Corner)

[Momentan in Winamp: Our Lady Peace - Superman's Dead]

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